Kaffee aus Honduras
In der ganzen Welt ist Kaffee aus Honduras bekannt und wird dank seines krĂ€ftigen Geschmacks sowie seiner QualitĂ€t geschĂ€tzt. Sowohl Espresso, als auch gemahlener Standard-Kaffee sind gefragt. Inzwischen erlangt vermehrt Bio-Kaffee aus dem mittelamerikanischen Land an Bedeutung. Er steht nicht nur fĂŒr Nachhaltigkeit, sondern ist ebenso fĂŒr die Bauern von Vorteil, da er ihnen höhere Einnahmen beschert.Â
Ăberhaupt ist es aber in Honduras Gang und GĂ€be, ohne Chemikalien bei der Kultivierung zu arbeiten. Einen positiven Beitrag zur Weiterentwicklung leisten Kooperativen, von denen die Cooperativa Cafetalera Capucas Limitada (COCAFAL) eine der bekanntesten ist. Sie helfen dabei, die Armut im Land zu reduzieren und generell fĂŒr bessere LebensverhĂ€ltnisse zu sorgen. Gerade am Kaffee hĂ€ngt in Honduras viel, da er fĂŒr bis zu ein Drittel der Gesamtbevölkerung als Einnahmequelle dient.Â

Panoramablick in die 2-3 jÀhrige Kaffeeplantage, mit Produzent José ("Blue Harvest Honduras - A Catholic Relief Services" by Maren Barbee is licensed under CC BY-SA 2.0)
Ein gemĂ€Ăigt tropisches Klima, Höhenlagen mit nĂ€hrstoffreichen Böden und ausreichend NiederschlĂ€ge gewĂ€hrleisten Idealbedingungen, um Arabica von hoher QualitĂ€t zu kultivieren. Robusta spielt unterdessen kaum eine Rolle. Generell eilt dem Kaffee aus Honduras der Ruf voraus, sehr vielseitig zu sein â so wie das Land selbst. Neben schokoladigen Noten sind auch Nuancen von Karamell nicht unĂŒblich und es lassen sich teilweise exotische FrĂŒchte herausschmecken.

José ist stolz: Die Pflanzen sind reich an roten Kaffeekirschen und versprechen eine gute Ernte ("Blue Harvest Honduras - A Catholic Relief Services" by Maren Barbee is licensed under CC BY-SA 2.0)
Die Kaffee-Geschichte Honduras
Um 1800 wurden erstmals KaffeebĂ€ume in Honduras angebaut. Die Ursprungsregion ist das Deperamento Olancho. Lange Zeit spielten diese Pflanzen aber dennoch eine untergeordnete Rolle. Im Vordergrund standen Bananen, die teils bis zu 88 Prozent des gesamten Exports ausmachten. Viel geschah unter dem Auge US-amerikanischer GroĂunternehmen, die sich im Landesinneren niedergelassen hatten. Mit deren UnterstĂŒtzung wurde jedoch auch die Infrastruktur ausgebaut. An Bedeutung gewann der Kaffee erst gegen 1976. Die Regierung entzog in dem besagten Jahr den Bananengesellschaften die Erlaubnis, den Hafen und die landwirtschaftlichen FlĂ€chen zu nutzen.Â
Dem vorausgegangen war der Kaffee-Krieg. Ab den 1950er-Jahren erkannten sogar im benachbarten El Salvador viele Bauern, welches Potenzial Honduras fĂŒr den Kaffeeanbau vorweisen kann. Sie siedelten sich vermehrt im Hochgebirge an, was von der Regierung weitgehend unbemerkt blieb, aber die Einheimischen umso mehr erzĂŒrnte. Infolgedessen reagierte der Staat und begann mit der Vertreibung. Im Jahr 1969 uferte der Konflikt zunĂ€chst in StraĂenschlachten aus, bevor die Armee von El Salvador fĂŒr ihre Bauern kĂ€mpfte. Dem unterlegenen Honduras kamen schlieĂlich die USA bei und erwirkten damit einen RĂŒckzug. Rund 3.000 Menschen fielen dem Kaffee-Krieg zum Opfer.Â
Was aber mehr als deutlich wurde: Die Bedingungen in Honduras sind perfekt, um Kaffee in groĂen Mengen zu kultivieren. Viele Kleinbauern entschlossen sich dazu, Plantagen anzulegen und kĂŒnftig von diesem Wirtschaftszweig zu profitieren. Anfang der 1990er-Jahre hatte sich Kaffee zum wichtigsten Exportgut des Landes entwickelt. Zunichte gemacht wurde dieser Boom 1998 durch den Hurrikan Mitch, der groĂe Teile der AnbauflĂ€che zerstörte. Doch schon zwei Jahre spĂ€ter hatte sich Honduras von dieser Katastrophe weitgehend erholt. Heute ist das Land regelmĂ€Ăig in der Liste der zehn gröĂten Kaffeeproduzenten der Welt zu finden.

Ernte der Kaffeekirschen in Honduras. Im Bild: Maria ("Blue Harvest Honduras - A Catholic Relief Services" by Maren Barbee is licensed under CC BY-SA 2.0)
Kaffeeanbau in Honduras
Die gĂ€ngigste Anbauhöhe fĂŒr Kaffee in Honduras liegt zwischen 1.000 und 1.500 Metern, wobei es sich um die qualitativ hochwertigsten Bohnen handelt. Teilweise sind jedoch auch Höhen bis zu 2.000 Meter ĂŒblich. Diesen Typ zeichnen ein krĂ€ftiges Aroma und ein einzigartiger Geschmack aus. Es wird von sogenanntem âHigh Grow Kaffeeâ gesprochen. Die Klassifizierung erfolgt dabei auch nach der jeweiligen Höhe, aus welcher die Bohnen stammen. Die nĂ€chste Stufe ist der âStandardâ oder âPrimeâ, bei dem Höhenlagen zwischen 950 und 1.300 Metern zu nennen sind. Der âLow Grownâ, âBuen Lavadoâ oder âGood Washedâ stammt unterdessen aus den niedrigsten Regionen von 950 bis 300 Metern. Angebaut wird in Honduras Arabica in den Sorten Catuai, Bourbon, Pacas und Typica. Das geschieht ohne den Einsatz von Chemikalien und auf nachhaltige Weise, im Schatten anderer BĂ€ume. Â
Von der Ernte bis zum Verkauf â die Reise der honduranischen Kaffeebohne
Von MĂ€rz bis Mai dauert in Honduras die HauptblĂŒte der Kaffeepflanzen an. Die Ernte beginnt im Oktober und kann sich bis in den folgenden MĂ€rz ziehen. Da die Bohnen fĂŒr viele Menschen eine Lebengrundlage bilden, ist das Bangen umso gröĂer, ob die Pflanzen auch wirklich gesund bleiben und nicht etwa vom Kaffeerost befallen sind. Dieser Pilz taucht leider immer wieder auf und ist auch in vielen anderen AnbaulĂ€ndern existent. Nachdem vor einigen Jahren eine echte Plage zu konstatieren war, hat sich dieses Problem nun allmĂ€hlich relativiert. Daher setzen die Kaffeebauern in Honduras immer mehr auf rostresistente Sorten.Â

Die Kaffebohnen werden von der Haut und Schmutz befreit und schlieĂlich gewaschen ("Blue Harvest Honduras - A Catholic Relief Services" by Maren Barbee is licensed under CC BY-SA 2.0)
Die Ernte erfolgt ausschlieĂlich per Hand, was auch darauf zurĂŒckzufĂŒhren ist, da der GroĂteil der Plantagen von Kleinbauern betrieben wird. FĂŒr sie wĂ€re ein maschineller Einsatz ohnehin finanziell nicht zu stemmen. Honduras praktiziert ĂŒberwiegend Nassaufbereitung, wobei jedoch auch teilweise Trockenaufbereitung Anwendung findet. Die Trockung geschieht vor allem in der Sonne, seltener im Trommeltrockner.

Walter wendet die Kaffeebohnen, die im Sonnentrockungsverfahren ihre Feuchtigkeit verlieren ("Blue Harvest Honduras - A Catholic Relief Services" by Maren Barbee is licensed under CC BY-SA 2.0)
Nur bei ausgewĂ€hlten Sorten ist eine manuelle Sortierung ĂŒblich, ansonsten geschieht dieser Schritt elektronisch. Trotz der optimalen Bedingungen fĂŒr den Kaffeeanbau ist der Export nicht in dem angemessenen, professionellen Niveau strukturiert. Oftmals werden die Ernten vieler Kleinbauern schlichtweg miteinander vermischt. Generell ist aber eine stetige Verbesserung in allen Bereichen zu erkennen. Verschifft werden die Bohnen von November bis September, wobei es viele AbnehmerlĂ€nder gibt, die von Deutschland ĂŒber die USA bis hin zu SĂŒdkorea reichen.
Die honduranische Kaffee-Kultur
Verglichen mit einer ganzen Reihe anderer LĂ€nder wird in Honduras nicht so viel Kaffee konsumiert. Dennoch ist es auch hier ein beliebtes GetrĂ€nk. Vielleicht braucht es auch einfach noch ein paar Jahrzehnte, um sich weiter zu etablieren. Immerhin haben die Bohnen als Exportprodukt erst sehr spĂ€t ihre gebĂŒhrende WertschĂ€tzung erhalten, nachdem lange Zeit Bananen im Vordergrund standen.Es ist zumindest auch klar zu beobachten, dass der Verbrauch der Bevölkerung in Honduras in der Vergangenheit stetig zugenommen hat. Ein weiteres Indiz dafĂŒr sind die vielen Kaffeebars, die sich immer mehr ins Bild vieler StĂ€dte integrieren. Zu finden sind sie in Einkaufszentren, an Tankstellen, in KrankenhĂ€usern und natĂŒrlich auch ganz konventionell als CafĂ©s in belebten StraĂen. Immer mehr junge Menschen sind dort anzutreffen. Sie schlagen dabei gewissermaĂen zwei Fliegen mit einer Klappe: Auf der einen Seite nehmen sie sich eine kurze Auszeit, um den Wachmacher zu genieĂen. Auf der anderen Seite können sie das in den Lokalen hĂ€ufig kostenfrei zur VerfĂŒgung stehende Internet dabei nutzen. Honduras ist nicht nur fĂŒr Kaffeegenuss in Form eines HeiĂgetrĂ€nks bekannt â ein typischer Trend ist, sich mit ihm gut gekĂŒhlt als Eiskaffee zu erfrischen.
Besondere Kaffee-Sorten aus Honduras
Aus der Region Marcala stammt der Flor del CafĂ©. Er wĂ€chst in der Grenzregion unweit zu El Salvador auf einer Höhe von 1.300 bis 1.700 Metern. Typischerweise wird dieser Kaffee handverlesen und sonnengetrocknet. Viele schĂ€tzen an dieser Sorte, dass sie fruchtige Noten enthĂ€lt, die an SteinfrĂŒchte wie Aprikosen erinnert. Dazu kommt ein Schoko-Aroma mit einer feinen SĂŒĂe. Den Flor del CafĂ© charakterisieren des Weiteren ein komplexer Körper und ein vollmundig-krĂ€ftiges Aroma. Neben dieser Sorte sind ĂŒberhaupt die Bohnen aus dieser Region als Gourmetkaffees bekannt.
Eine weitere Kaffee-Sorte, die einer ErwĂ€hnung bedarf und ein Geheimtipp fĂŒr Feinschmecker ist, hört auf den Namen Pacamara. Dieser Arabica wĂ€chst in einer Höhe von 1.200 bis 1.500 Metern und gilt als sehr aromatisch, weich und obendrein sĂ€urearm. Im Jahr 2006 erhielt dieser Kaffee die Auszeichnung als bester aus ganz Honduras. Die Ernte erfolgt von Hand auch der Pacamara wird sonnengetrocknet.Â

Frisch gerösteter, herrlich duftender Kaffee ( Milo Miloezger / Unsplash)
Die beliebtesten Kaffee-Regionen aus Honduras und der Kaffee-Charakter im Ăberblick
- Marcala: fruchtig, schokoladig, dezent sĂŒĂ, vollmundig, krĂ€ftig
- Copan: mittelkrĂ€ftig, feine, frische Aromen, feine SĂ€ure, sĂŒĂlich
- Agalta: nussig, mittlerer bis krÀftiger Körper, angenehmer Nachgeschmack
Es gibt in Honduras drei wesentliche Kaffee-Anbaugebiete, die von Bedeutung sind. Im Nordwesten liegt die Region Copan, Montecillos-Marcala ist im SĂŒdwesten zu finden und Agalta ist in der Landesmitte angesiedelt. Als vermutlich bekannteste der drei Gegenden sticht Marcala hervor, die im Volksmund eigentlich den Beinamen âNiemandslandâ trĂ€gt. Die fruchtbaren Böden haben ihren Ursprung im benachbarten El Salvador. Von dort wurden nĂ€mlich VulkanausschĂŒttungen herĂŒbergeweht.Â
Copan ist auf dem frĂŒheren Gebiet der Maya entstanden, die im 8. Jahrhundert in dieser Region lebten. Heute gedeiht hier Hochlandkaffee auf einer Höhe von 1.100 bis 1.300 Metern, was ihm ausreichend Zeit gibt, um sein Aroma zu entfalten. GeprĂ€gt ist diese Zone von warmen Temperaturen am Tag und kĂŒhlen NĂ€chten. Gleichwohl sind hier fruchtbare Böden anzutreffen. Agalta gehört zum Bundesstaat Olancho. Hier begann die Kaffee-Geschichte des Landes einst. Die Anbauregion ist in ein an Flora und Fauna reiches Regenwaldgebiet eingebettet. Milde Temperaturen und regelmĂ€Ăige Temperaturen begĂŒnstigen auch hier die Bedingungen fĂŒr die Pflanzen.
Zahlen und Fakten zu Kaffee aus Honduras
Neben Haiti mag Honduras zwar eines der Ă€rmsten LĂ€nder in Mittelamerika sein, doch von seinen Anbaubedingungen fĂŒr Kaffee ist es als reich zu bezeichnen. Auf nĂ€hrstoffreichem Boden der Hochlandgebiete entwickeln sich die feinsten Bohnen in einer Höhe von 1.000 bis 2.000 Metern. Nur rund die HĂ€lfte der möglichen AnbauflĂ€che wird derzeit fĂŒr die Kultivierung genutzt. Dementsprechend wohnt Honduras noch viel Potenzial inne â und dabei ist das Land schon unter den Top Ten der weltweit gröĂten Produzenten zu finden. FĂŒr beinahe ein Drittel der Bevölkerung stellt das schwarze HeiĂgetrĂ€nk ĂŒbrigens einen Lebensunterhalt dar. Das Land trĂ€gt mit etwa zwei Prozent zur weltweiten Arabica-Produktion bei.
Ihr möchtet mehr ĂŒber Kaffee erfahren? Seht euch auch unsere anderen BlogbeitrĂ€ge an und schreibt uns bei neuen Ideen.
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Unser Dank fĂŒr die Bereitstellung des Titelfotos geht an:
















